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Ein Trauerhaus im Ausnahmezustand: Mrs. McLeavy ist tot, und ihr Witwer Mr. McLeavy versinkt in Rosen und religiöser Andacht. Doch während sich der süßliche, schwere Duft von Beerdigungskränzen verbreitet, verfolgen sein Sohn Hal und dessen Komplize Dennis ganz andere Pläne. Die beiden haben gerade eine Bank ausgeraubt und suchen verzweifelt nach einem Versteck für die zwanzigtausend Pfund Beute. Kurzerhand landet das Geld dort, wo niemand danach suchen würde: im Sarg der verstorbenen Mutter.
Hinter der Fassade einer turbulenten Komödie verbirgt sich in „Beute“ eine bittere Erkenntnis: Joe Orton entwirft eine Gesellschaft, in der Moral und Religion lediglich dekorative Masken für die eigene Profitgier sind. Doch sind die Verbrechen in einer von Individualismus und Profitgier geprägten Welt moralisches Versagen oder existentielle Notwendigkeit? Wer an der Ehrlichkeit festhält – wie der tragikomische Mr. McLeavy – wird in diesem korrupten Kreislauf zwangsläufig zum Sündenbock. Das Stück blickt tief in eine Gegenwart, in der profaner Eigennutz an die Stelle menschlicher Bindung getreten ist und die soziale Kälte eine neue, vielleicht beklemmende Dimension erreicht hat

Termine

  • August 2026

      • Premiere

        BEUTE (Loot)

        Kammerspiele
        eine Farce von Joe Orton / Deutsch von René Pollesch / empfohlen ab 14 Jahren

Besetzung


Regie
Katharina Stoll
Bühne
Wicke Naujoks
Musik
David Friedmann
Dramaturgie
Marlon Tarnow