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von Alexandra Badea / Deutsch von Jarg Pataki Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Über das Stück

Vier Personen sitzen anonymisiert in verschiedenen Winkeln des globalen Cyberspace: Ein Konzernchef verliebt sich in eine aufstrebende Angestellte am anderen Ende der Welt. Eine Ehefrau kämpft mit ihrem zerbrechenden Glück. Eine Gefängniswärterin gerät in emotionale Abhängigkeit zu einem Inhaftierten, der versucht sie auszunutzen. Und ein Sicherheitschef eines Flughafens hat Schwierigkeiten, den neuen Sicherheitssystemen zu vertrauen. In einer entscheidenden Minute werden sich die Leben dieser vier kontrollsüchtigen Menschen in der echten Welt begegnen. Bis dahin verbringen sie ihre Lebenszeit in virtuellen Schnittstellenbeziehungen mit Avataren, auf Dating Sites oder vor Spycams. Sie lächeln und flirten mit der Überwachungskamera, selbst die Einschätzung des persönlichen Glücks wird einem Computerprogramm überlassen. Der Mensch wird die Marionette des Computers. Regisseur und Choreograf Barish Karademir lässt Schauspieler auf Tänzer, Texte auf Bewegungen treffen. 

Drei Fragen an Regisseur Barish Karademir

Was ist das Besondere für Dich an den Stücken von Alexandra Badea?
Das Besondere an Badea ist einerseits eine sehr eigene poetische Sprache, mit der sie das Innenleben der Figuren behutsam seziert. Andererseits hat sie in der Darstellung ihrer Figuren eine wahnsinnige Direktheit, die das Publikum unmittelbar anspricht. Diese Dichotomie ermöglicht mir eine sehr körperliche und musikalische Herangehensweise, die sich von einer einfachen Eins-zu-Eins-Nacherzählung abhebt. Badea konfrontiert uns auf eine ganz eigene Weise mit stets aktuellen und brisanten Themen.

Digitale Welt als Zukunft – verheißungsvoll oder angstbesetzt?
Beides. Weder eine Dämonisierung noch eine Glorifizierung helfen uns weiter. Ich denke, es ist ein differenzierter Blick notwendig. Sicher kann die Dynamik der Entwicklung einen manchmal erschrecken, man kann sie aber nicht aufhalten, sondern muss sie eher in vernünftige Bahnen zu lenken versuchen.

Wie sieht Deine heutige Kommunikation aus, beruflich und privat?
Für die berufliche Kommunikation (Vernetzung, Marketing) nutze ich Facebook und Instagram. Das halte ich in der Theaterbranche heutzutage für unverzichtbar. Für den Austausch mit Ausstattern, Video- und Sounddesignern ziehe ich aber das persönliche Gespräch vor. Privat kommuniziere ich eher über WhatsApp oder telefoniere ganz altmodisch.

Termine & Tickets

Mai 2020

  • Kammerspiele
    Premiere

    Ich schaue dich an (Je te regarde)

    von Alexandra Badea / Deutsch von Jarg Pataki
    Altersempfehlung: ab 16 Jahren
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Besetzung

Leitungsteam


Regie
Barish Karademir
Bühne und Kostüm
André Schreiber
Dramaturgie