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Wie funktionieren künstliche Sprachmodelle eigentlich wirklich? Wie entwickeln sie so etwas wie einen Charakter? Und wie können wir einem Bot bestimmte Werte vermitteln? Was geht dabei technisch vor und wie können wir das steuern?

Im Workshop mit Computerlinguistin Aurelie Herbelot und Creative Technologist Alexander Korolkov schauen wir hinter das Interface von Chatbots und entwickeln gemeinsam einen sehr kleinen, sehr lokalen und sehr ressourcenschonenden Chatbot. Dabei reflektieren wir, welche Sprache das kleine Botchen sprechen soll und welche Werte es vertritt. Wir beobachten es beim Trainieren und schauen uns an, woran es sich erinnert, wenn wir es mit unserer Sprache und unseren Themen füttern – und warum das so ist.

Die Erfinderin des Botchens, Aurelie Herbelot, ist spezialisiert auf sehr kleine Natural Language Processing Modelle, weil sie der Überzeugung ist, dass Zukunftstechnologien weder die Umwelt zerstören noch von wenigen, übermächtigen Unternehmen beherrscht, sondern für alle zugänglich sein sollten. Das erste Botchen hat Aurelie gemeinsam mit Eva von Redecker und Fulvia Modica am Schauspielhaus Hamburg zur Welt gebracht. Seit mehr als einem Jahr lernt das Botchen von den Dreien und verschiedenen Gäst*innen aus Kunst, Politik und vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen sprechen.

Mit dem weltweit zweiten Botchen überlässt Aurelie dem Frankfurter Projekt display, dem Raum für digitale Praxis, einen Community-Chatbot, der ausschließlich auf Daten aus der Region trainiert werden soll. Alle Workshop-Teilnehmenden können vor Ort entscheiden, ob sie dabei helfen wollen, dem Botchen Wissen aus dem Festival zu vermitteln oder ob sie einfach nur mit Botchen spielen. Botchen Nummer zwei kann dann in Zukunft in Frankfurt besucht und weiter trainiert werden.

Macht mit und erweckt mit uns unser ganz eigenes Botchen zum Leben!


Für wen ist der Workshop?

  • alle Interessierten,
  • Denker*innen, Journalist*innen, Sprachen- und andere Schreib-affine Menschen,
  • Künstler*innen, Designer*innen, Neugierige,
  • Studierende aus vielen verschiedenen Bereichen,
  • auch Menschen unter 18 Jahren sind herzlich willkommen

Was müsst ihr mitbringen?

wenn du magst, einen Laptop (Mac / Windows / Linux). Du kannst aber auch mit deinem Smartphone mitmachen oder auch nur mit diskutieren.


Aurelie Herbelot (sie)

Aurelie Herbelot ist Computerlinguistin mit Schwerpunkt auf allem, was klein ist. Nach ihrer Promotion an der Universität Cambridge zum Thema „kleine Wörter” arbeitete sie 18 Jahre lang als Forscherin an verschiedenen Instituten in ganz Europa und konzentrierte sich dabei auf die Simulation des Spracherwerbs. Im Laufe ihrer Forschung entwickelte sie ein besonderes Interesse für Computermodelle, die wie Menschen aus kleinen Datenmengen lernen. Außerdem untersuchte sie kompakte Architekturen für maschinelles Lernen, die die Struktur der menschlichen Kognition widerspiegeln. Heute leitet sie ein kleines Unternehmen namens Denotation UG, das davon überzeugt ist, dass KI nicht groß sein muss. Einer ihrer Chatbots steht im Hamburger Schauspielhaus auf der Bühne und unterhält das Publikum mit einem künstlichen Gehirn, das kleiner ist als das einer Fliege. Ein anderer lernt derzeit Plattdeutsch von einem Team von NDR-Journalist*innen. Neben wissenschaftlicher Publikationen schreibt Aurelie manchmal auch Artikel für den Freitag und die WOZ.

Alexander Korolkov (er)

Alexander ist display-Kurator und Community-Manager. Als Creative Technologist bringt er viel kreativen Technologie-Spieltrieb mit ins display und lädt euch immer wieder ein, um die Ecke zu denken.

Termine

  • Mai 2026

      • KI Festival 2026

        KI: How to build a bot from scratch

        Foyer Großes Haus
        Kooperation mit NODE Forum für Digitalkunst Frankfurt
        Tickets