Informationen
Lo-lee-ta: die Zungenspitze macht einen dreistufigen Weg den Gaumen hinunter, um bei drei auf die Zähne zu tippen.
Dieses Zitat steht auf den Brüsten eines Mädchens oder einer sehr jungen Frau, entnommen den sogenannten Epstein-Akten, die die jahrzentelange Ausbeutung von Mädchen und jungen Frauen aufarbeiten, dokumentieren und offenlegen, wie alltäglich und salonfähig dieser in einigen Teilen der Gesellschaft ist.
Ursprünglich entstammt dieses Zitat dem, seit seinem Erscheinen umstrittenen Roman „Lolita“ von Vladimir Nabokov. Dieser dreht sich um die verbotene, weil pädophile Beziehung des Ich-Erzählers Humbert Humbert, zu der zwölfjährigen Dolores Haze, genannt Lolita. Beginn und Verlauf seiner einseitigen Leidenschaft, die sexuelle Gewalt sowie ihre gemeinsame zweijährige Reise quer durch die USA schildert er, romantisch zurückblickend aus dem Gefängnis, wo er, nach dem Mord an seinem Nebenbuhler, auf den Prozess wartet.
So begegnen wir Humbert Humbert auf der Theaterbühne. Hören aus seiner Perspektive von seiner Liebe zu Lolita. Doch was passiert, wenn man diese und andere Verklärungen eines Missbauchs auseinandernimmt? Gewalt und Begehren unter die Lupe nimmt, die Selbstinszenierung von Tätern nicht in Ruhe lässt? Im zweiten Teil dieses Double Features, „Young and Beautiful“, wird der geschönte Blick erschüttert, der schon lange Teil unsere (Pop-)Kultur ist: Das Privatflugzeug von Jeffrey Epstein trug den Spitznamen „Lolita Express“.
Termine
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November 2026
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Premierevon Vladimir Nabokov in einer Fassung von Oliver Reese
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Besetzung
- Regie
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Isabella Roumiantsev
- Bühne
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Lea Burkhalter
- Musik
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Michael Lohmann