Premiere am 27. November

Wie lässt sich die bekannte Operette von Johann Strauss Jr. noch einmal neu erzählen? Diese Frage stellte sich Laurent Pelly, einer der bekanntesten Opernregisseure der Welt. Er ging zurück zur vergnügten Tradition des Vaudeville, in dem die Story ihren Ursprung hat und inszenierte an der Opéra de Lille eine flotte Komödie, ganz ohne Wiener Schmäh. Am Staatstheater Darmstadt hat nun seine Version Premiere, erneut adaptiert ins Deutsche. Die Geschichte spielt in einer Kleinstadt, in der sich Intrigen um die lebhaften Melodien und Duette ranken und niemand mit offenen Karten spielt.

Laurent Pelly brilliert mit seinen Inszenierungen sowohl im Schauspiel als auch in der Oper. Dabei liegt dem 1962 in Paris geborenen Regisseur vor allem das französische Repertoire am Herzen. Für seine Inszenierung von Offenbachs „Le Roi Carotte“ an der Opéra de Lyon wurde er im Rahmen der International Opera Awards 2016 in den Kategorien „Bester Regisseur“ und „Wiederentdeckung des Jahres“ ausgezeichnet. Zu seinen jüngsten Inszenierungen zählen „Lucia di Lammermoor“ an der Opera Philadelphia und an der Wiener Staatsoper, „Falstaff “ am Teatro Real Madrid in Koproduktion mit La Monnaie / de Munt sowie der Opéra national de Bordeaux und nicht zuletzt Offenbachs „Barbe-Bleue“ für die Opéra de Lyon. Neben dem französischen und italienischen Repertoire führt ihn seine kreative Neugier dazu, sich mit einem immer breiteren Spektrum an Komponist*innen und Stilen auseinanderzusetzen, wodurch er sowohl etablierten Werken als auch weniger bekannten Titeln neue Perspektiven verleiht.

„Oper ist in keiner Weise real, und damit die Menschen die Geschichte verstehen können, müssen die Sänger die Musik in sich tragen.“ - Lauren Pelly

Was Pelly so besonders macht, ist neben seinem ausgeprägten musikalischen Verständnis seine visuelle Imagination, der er mit großer Liebe zum Detail nachgeht. Er entwirft die Kostüme für alle seine Inszenierungen und zuweilen auch ganze Bühnenbilder. So schafft er facettenreiche, harmonisch ineinandergreifende Bühnenwelten, in denen Gestaltung und Erzählung untrennbar miteinander verflochten sind. Trotzdem beginnt er jede neue Produktion mit einer intensiven Auseinandersetzung mit der Musik. „Ich inszeniere die Musik, nicht die Story,“ bemerkt er in einem Interview mit Maestro Arts. Auch die Figuren entwickelt er aus der Musik heraus, sie brauchen nicht unbedingt Entsprechungen im realen Leben. In der „Fledermaus“ steckt aber vielleicht doch mehr Wahres, als sich auf den ersten Blick bei den surreal schimmernden Kostümen vermuten lässt.


Die Fledermaus
Operette in drei Akten von Johann Strauss / Libretto von Carl Haffner und Richard Genée
nach Le Réveillon von Henri Meilhac und Ludovic Halévy / Uraufgeführt 1874 am Theater an der Wien / Adaption des Librettos und der Dialoge von Agathe Mélinand / bearbeitet von Nicola Raab / empfohlen ab 12 Jahren

MUSIKALISCHE LEITUNG Johannes Zahn
REGIE & KOSTÜM Laurent Pelly
LIBRETTO - BEARBEITUNG & DIALOGE Agathe Mélinand
BÜHNE Chantal Thomase
LICHT Michel Leborgne
EINSTUDIERUNG CHOR Guillaume Fauchère
SZENISCHE EINSTUDIERUNG Paul Higgins, Corentin Michat

Premiere am Freitag, 27. November, 19:30 Uhr | Großes Haus
Weitere Termine: 12. & 31. Dezember, 05. & 18. Februar, 11. April sowie 21. Mai

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