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Amelia Uzategui, Ana Clara Montenegro, Backstein Kollektiv and Juan Urbina

Über das Stück

  • Amelia Uzategui
    Für die Entgiftung des Perfektionismus: ein Tanz mit Stimmen aus dem Süden



In dieser ersten Untersuchung über Perfektionismus und Tanz untersucht ein Solo-Performer den Begriff der Technik in zwei Genres, Ballett und afro-peruanisches Festejo. Ein gesprochener Text wird den Versuch einer dekolonialen Annäherung an beide Tänze erzählen. Ein zweiter Kommentar befasst sich mit dem Scheitern der Anti-Rassismus-Positionierung und dem Begriff der falschen Verbündeten unter den nicht schwarzen People of Color.   




Nach Monaten sozialer Distanzierung und mangelnder menschlicher Berührung war ich gezwungen, einen Schritt zurück von meinen früheren Arbeits- / Lebensweisen zu gehen und nach Verbindungen zu suchen, die über die menschlichen hinausgehen. Mit Improvisation als Werkzeug sucht dieses Projekt nach den vielen Formen der Berührung, die man mit der Umgebung experimentieren kann. Als Solotänzer kann ich keine anderen Menschen berühren, aber ich kann nach verkörperten Erinnerungen an Berührungen suchen, um eine Verbindung mit den Elementen um mich herum herzustellen. Mein Duett ist mit dem Raum. Der Raum unterstützt das Publikum. Ich versuche mit allen zusammen zu sein.


Das Stück Blue Pill? Red Pill? befasst sich mit dem gesellschaftlichen Stellenwert von Whistleblowern und ihrem Ziel Transparenz für die Bürger*innen zu schaffen. Meist decken Whistleblower illegale, immer moralisch verwerfliche Zustände auf und machen diese öffentlich. Dafür sollten sie eigentlich als Helden angesehen werden, welche für die Bürgern*innen Transparenz schaffen. Das Absurde ist jedoch, dass Whistleblower meist verfolgt werden und ins Gefängnis oder in Vergessenheit geraten. Das Stück setzt sich performativ mit dieser Thematik auseinander. Dabei liegt der Fokus auf der körperlichen Erforschung verschiedener Arten von Transparenz. Das Publikum erhält zudem live vermittelt, sowie über ein Tonband Informationen aus der Recherche.


Diese choreografische Arbeit "in progress" zeigt die aktuelle Lebenserfahrung einer südamerikanischen Mutter mit Migrationshintergrund und einer neugeborenen Tochter, deren erste Lebenserfahrung eine globale Pandemie ist. Schwankende Identitäten, sich überschneidende Rollen, Kollision - politische Grenzen erweitert und verengt. Was ist das für ein Neuanfang? Was bedeutet es, mit Migrationswerten, die ihren Raum, ihre Zeit und ihre Körperlichkeit in das heutige Klima integrieren, eine Mutter mit Migrationshintergrund zu sein, deren Hoffnungen von einer Zeit internationaler Unsicherheit geprägt sind?


Die Choreografische Werkstatt bietet lokalen und regionalen Tanzschaffenden die Gelegenheit, Work- in-Progress- oder Rechercheprojekte zu präsentieren, einen Einblick in aktuelle Fragestellungen und ihre Arbeitsweisen zu geben und in einem anschließenden Gespräch zur Diskussion zu stellen.
Pro Werkstatt-Termin werden bis zu drei Präsentationen (à max. 15 Min.) gezeigt. Im anschließenden Gespräch besteht für die Künstler*innen und das Publikum die Möglichkeit, Fragestellungen zu diskutieren, Bezüge herzustellen oder Anregungen für die weitere Entwicklung zu geben.

Im Rahmen des Tanzfestivals Rhein-Main 2020
 

Die Tanzplattform Rhein-Main ist ein Projekt von Hessischem Staatsballett und Künstlerhaus Mousonturm.

Termine & Tickets

November 2020