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von Georg Büchner / Fassung von Christoph Mehler und Christina Zintl

Über das Stück

„Den halben Tag sitze ich eingeschlossen mit deinem Bild und spreche mit dir. Gestern Morgen versprach ich dir Blumen. Hier sind sie. Was gibst du mir dafür?“ schreibt Georg Büchner im März 1834 an seine Verlobte Wilhelmine Jaeglé. In einem weiteren, berühmt gewordenen Brief an sie, notiert er: „Ich studiere die Geschichte der Revolution. Ich fühlte mich wie zernichtet unter dem grässlichen Fatalismus der Geschichte.“ Was war geschehen in den zwei vorherigen Jahren, das ihn vom begeisterten Glauben an das Gelingen einer friedlichen Revolution, hin zur Überzeugung von der Notwendigkeit des bewaffneten Wiederstands bis zur Depression angesichts des Fatalismus der Geschichte geführt hatte?

Büchner ist 22 Jahre alt, als er die bittere Erfahrung machen muss, dass die Bauern, an die er seine agitatorische Flugschrift „Der Hessische Landbote“ verteilt hatte, gar nicht lesen konnten und mit der Flugschrift auch noch zu ihren Herren gegangen waren. Und dass seine Freunde daraufhin verhaftet wurden und sich nun in hessischen Folterkellern befanden. Er selbst entkommt knapp der Verhaftung und versteckt sich bei seinen Eltern in Darmstadt, in der Grafenstraße 2. Neben dem Briefeschreiben und dem vorgeschobenen Lernen für sein Medizinstudium verfasst er im elterlichen Haus "Dantons Tod", gewissermaßen in seinem alten Kinderzimmer. Permanent in Angst vor einer Verhaftung beendet er das Stück in nur fünf Wochen und flieht daraufhin ins Exil nach Straßburg.

Warum scheitern Revolutionen? Wie fühlt es sich an, wenn man dem Sterben zuschaut – beim Sterben all dessen, an das man geglaubt hat? Dieser Frage nachgehend studiert Büchner historische Quellen und Dokumente der französischen Revolution. Er erzählt entsprechend in "Dantons Tod" nicht vom glorreichen Anfang, sondern von einigen wenigen Tagen gegen Ende der sogenannten Schreckensherrschaft der Jakobiner im Frühjahr 1794. Die ehemaligen Weggefährten Danton und Robespierre stehen einander als ideologische Gegner gegenüber. Die Revolution bedeutet nur noch den Terror der Guillotine, dem die Revolutionäre schließlich selbst zum Opfer fallen.

Büchner kreist in seinem zu großen Teilen dokumentarischen Gesellschaftsgemälde um die Frage, ob und wie eine andere Form des Zusammenlebens, basierend auf Solidarität, Gleichheit, Liebe und Sinnhaftigkeit gelingen kann. Ist es legitim, Gewalt für die Etablierung eines radikal neuen Gesellschaftsentwurfs einzusetzen, wenn die Ungleichheit und das Leiden der Menschen an der bestehenden Ordnung zu groß wird? Dantons Mitstreiter Camille sagt über die künftige, gute Staatsform: „Die Gestalt mag nun schön oder häßlich sein, sie hat einmal das Recht zu sein, wie sie ist, wir sind nicht berechtigt ihr ein Röcklein nach Belieben zuzuschneiden.“ Wieviel Demut oder Gemeinsinn braucht ein gutes Regieren? Wie viel Gestaltungsmöglichkeit hat jede*r einzelne bei sich und bei der Veränderung der Gesellschaft? Wie können sich Menschen wahrhaftig begegnen, zuhören, lieben? Wie die Einsamkeit angesichts des Todes überwinden? An etwas glauben, das größer ist als sie?

Termine & Tickets

September 2021

  • Großes Haus

    ca. 1 Stunde 30 Minuten

    Premiere

    Dantons Tod

    von Georg Büchner / Fassung von Christoph Mehler und Christina Zintl

    10,00 € bis 47,00 €

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Oktober 2021

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    Dantons Tod

    von Georg Büchner / Fassung von Christoph Mehler und Christina Zintl

    10,00 € bis 47,00 €

Besetzung

Mitwirkende


Danton
Camille
Philippeau
Robespierre
St. Just
Julie

Leitungsteam


Regie
Bühne & Kostüm
Musik
Dramaturgie