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Bekannt aus der Oper, jetzt auch im Schauspiel: Unerhört! bekommt eine kleine Schwester! In dieser neuen Lesungsreihe begegnen wir den „Unerhörten“ – Autorinnen aller Epochen, die zu lange im Schatten standen. An der Bar zwischen Recherche, Lesung, Totenbeschwörung und lebendigem Austausch mit der Gegenwart.
Mit feinem Witz und scharfer Satire nimmt Juliana Hayns Lustspiel Der Dichterling, oder: Solche Insekten giebts die Menge (1781) den literarischen Betrieb (des 18. Jahrhunderts) aufs Korn und lässt uns auch heute noch schmunzeln. Im Mittelpunkt des Dramas steht der junge Ludwig von Bergthal, der sich selbst für ein Genie hält und mit seinen pathetischen Trauerspielen prahlt, in denen jederzeit mindestens zwei Frauen in Ohnmacht fallen. Sehr zum Spott seiner klugen Gegenspielerin Juliane, nicht zufällig nach der Autorin selbst benannt. Zwischen Eitelkeit, Geniekult und literarischer Mode entwirft Hayn ein pointiertes Bühnenstück über Schein und Selbstüberschätzung.
Die Autorin Juliana Hayn wurde 1758 in Pest geboren und war Schauspielerin am Wiener Hof- und Nationaltheater, wo auch ihre Stücke aufgeführt wurden. Über ihr weiteres Leben ist kaum etwas bekannt. Umso bemerkenswerter ist ihr Werk, das als Beispiel weiblicher Dramatik des 18. Jahrhunderts einen ebenso klugen wie humorvollen Blick auf Theater, Literatur und Autor*innenschaft wirft.
Die szenische Lesung, eingerichtet von Julia Gudi, bringt dieses seit über 100 Jahren nicht mehr gespielte Werk neu auf die Bühne ... oder an die Bar!
Infos zum Projekt LOST IN ARCHIVES. Auf der Suche nach unsichtbaren Frauen des 18. Jahrhunderts gibt es hier.
Termine
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Mai 2026
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Der Dichterling, oder: Solche Insekten giebt's die Menge / Kooperation mit der LMU München und der HfMDK Frankfurt
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Besetzung
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Julia Gudi