Informationen

Das zweite "Unerhört!" der Spielzeit ist der niederländischen Komponistin, Pianistin und Musikjournalistin Henriëtte Bosmans gewidmet. In eine musikalische Familie geboren, wuchs Bosmans mit den Klangwelten der Spätromantik auf und debütierte bereits mit 19 Jahren als Konzertpianistin. Bosmans widmete ein 2. Cellokonzert ihrer mehrjährigen Partnerin, der Cellistin Frieda Belinfante. Als einige Jahre später ihr Verlobter, ein Violinist, unerwartet an einem Hirntumor verstarb, geriet Bosmans in eine Schaffenskrise. Da ihre Mutter aus einer jüdischen Familie stammte, durfte auch die Tochter Henriëtte nach der Besatzung der Niederlande im Mai 1940 nicht mehr öffentlich auftreten, ebenso wenig durften ihre Kompositionen gespielt werden. Im Rahmen der "zwarte avonden" (schwarzen Abende, einer Reihe illegaler Hauskonzerte, trat sie weiterhin auf. Als ihre Mutter 1944 verhaftet und ins Durchgangslager Westerbork gebracht wurde, gelang es Bosmans innerhalb weniger Tage, eine Entlassung zu erwirken, bevor die Deportation in ein Konzentrationslager erfolgen konnte. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg verband sie eine Freundschaft mit Benjamin Britten und wandte sich zunehmend dem Musikjournalismus zu, bevor eine neue und letzte Liebe zur französischen Mezzosopranistin Noëmie Perugia sie zur Komposition zahlreicher neuer Lieder inspirierte. Henriëtte Bosmans starb 1952 im Alter von 57 Jahren an Magenkrebs.

GESANG Solgerd Isalv
KLAVIER Neil Valenta
MODERATION Frederike Prick-Hoffmann

Galerie

Termine

  • April 2026

      • Unerhört! Henriëtte Bosmans

        Foyer Großes Haus
        Begegnungen mit Komponistinnen / Henriëtte Bosmans (1895-1952)
        16,00 €
        Tickets

Besetzung