Blog mit Einblicken in die Produktion

                                     REDAKTION Karoline Hoefer, Christina Sweeney, Géraldine Welte

Letztes Bild u.r.: entstanden im Rahmen der Digitalen Frauentagung 2020 der HLZ und LAG Soziale Brennpunkte in Hessen e.V.“; Fotografenteam mit "fototouren.net / Olszewski, Giefer ©



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06.5.21

Dieses Wochenende spielen wir intern unsere geschützte Premiere.

→ Das ist also der letzte Eintrag in unserem Blog. Wir schließen ihn ab mit dem Resümee einer Spielerin, die erstmals auf einer Theaterbühne steht
und auf ihre Kämpfe zurückblickt. 

Die Dramaturgin ruft ihnen optimistisch zu:

"Salut und Auf bald!, live, im Offenen Raum!". 

Denn die Spielerinnen und das ganze Team, wir wollen Ihnen und euch gern zeigen, was wir gemeinsam erarbeitet haben. 

Auf Wiedersehen. :)


<3 <3 <3 Stillen Mädchen eine Stimme geben. 

Ein Rückblick auf die Probenzeit in der Pandemie und auf innere und äußere Kämpfe.

von Katrin K. <3 <3 <3

Ich erinnere mich noch genau an meinen Traum vor 5 Monaten. Ich habe geträumt, im Staatstheater auf der Bühne zu stehen und zu schauspielern - völlig unvorstellbar für mich als Physikstudentin ohne jede Schauspiel-Erfahrung, aber doch ein schöner Traum.
Jetzt - 5 Monate später - stehe ich im Boxring, unserer Bühne, und fiebere der Premiere entgegen. Wohlgemerkt eine etwas andere Premiere als üblich, aber dennoch meine erste Premiere. Und das auf einer richtigen, echten Bühne.
Was für die Katrin von vor 5 Monaten noch unvorstellbar schien, wird bald Wirklichkeit. Und es fühlt sich gut an!

Ich blicke zurück auf eine so ereignisreiche Zeit, wie ich sie mir nie hätte träumen können. Trotz Pandemie, Lockdown und Beschränkungen bis zum Umfallen war es mir möglich, so viel zu erleben, Spaß zu haben, Menschen kennenzulernen und vor allem mich kennenzulernen.
Die Katrin von vor 5 Monaten war sprachlos und konnte es absolut nicht fassen, als der Anruf kam, dass das Team sich für sie entschieden hatte. Unsicherheit, Panik, Zweifel standen auf der Tagesordnung.
Aber über den Probenprozess hat sich nicht nur das Stück weiterentwickelt, sondern auch ich. Natürlich bin ich kein neuer Mensch. Die Unsicherheit und die Zweifel kommen viel öfter, als mir lieb ist. Aber trotzdem bin ich an dem Stück gewachsen, bin stärker geworden. Es hat mich oft viel Überwindung gekostet und es sind einige Tränen meinerseits geflossen, aber ich habe durch viel Zureden von den anderen gelernt, dass ich das schaffen kann. Dass ich gut bin!


Ich durfte so viele Erfahrungen sammeln. Eine der krassesten war wohl, als ich mit den Worten "Und jetzt boxen wir richtig." in den Boxring gestellt wurde und dann tatsächlich ein Boxhandschuh mit Wucht in meiner Magengegend landete.
Aber nicht nur körperlich war das ganze eine Erfahrung, sondern auch emotional.
Wir haben in den Proben gelacht, Witze gerissen, vor lauter Lachen geweint und hatten gemeinsam unfassbar viel Spaß, wenn wir uns wieder aufgeführt haben, wie die Hühner.


Wir haben gelernt,
... dass man auch mit 1,50m Abstand ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft schaffen kann.
... dass Masken aussehen wie Hühnerschnäbel und wir das für unser Stück nutzen können, wenn wir schon gezwungen sind, sie zu tragen.
... dass man aus jeder noch so gefühlt übertriebenen Regel irgendwie etwas Gutes basteln kann.


Und wir haben geredet - sehr viel geredet - über Belangloses, über Erfahrungen, über Gefühle, über Probleme und Sorgen - in Bezug auf das Stück und privat. Jedes Anliegen wurde respektiert, jedes Problem versucht zu lösen. Ich habe noch nie so viel Verständnis von jeder einzelnen Person für jede einzelne Person gesehen, wie in dieser Gruppe. In so kurzer Zeit war da so viel Liebe und Vertrauen, wie man es sonst nur selten findet. Wir haben gegenseitig Einblicke in unsere stärksten, aber auch in unsere schwächsten Momente erhalten. Und ich bin so unfassbar dankbar, dass ich all diese wundervollen Menschen kennenlernen durfte, mit ihnen zusammen etwas so Wertvolles schaffen konnte, Teil von dieser Gruppe sein zu können.

Wenn Corona einmal vorbei ist, hoffe ich, dass ich mich an die schönen Dinge erinnern werde. An die Chancen, die ich trotz - oder gerade erst wegen - Corona ergriffen habe. Ich möchte mich an diese wundervolle Zeit mit diesen einzigartigen Menschen erinnern, die mir so viel geschenkt haben, indem sie einfach da waren, während ich weinte, während ich lachte, während ich vor Lachen weinte. Und ich freue mich auf die Zeit, die noch vor uns liegt, auf die Abschlussproben, auf unsere Premiere ohne externes Publikum und vor allem auf die Vorstellungen, die wir hoffentlich irgendwann noch spielen dürfen.


29.04.21

Let`s cover Barbie-Girl. 

Gesellschaftliche Vorstellungen von Weiblichkeit 

und der Kampf dagegen.

Wir haben unser Ensemble gefragt, was Feminismus für sie bedeutet. Denn unser ABC des Kampfes geht weiter mit F wie Feminismus, G wie Gender,  H wie Heteronormativität, hate aid und Hildegard von Bingen... 

Außerdem haben wir diesmal einen ab 18-Inhalt, der zeigt wo die Sexualisierung des weiblichen Körpers auch hinführt. 

Und die Dramaturgin der Herzen ruft euch noch laut zu: Klickt das Video unten und hört Yasmina El Aallali singen! 


F wie Feminismus

„My own definition of a feminist is a man or a woman who says, yes, there’s a problem with gender as it is today and we must fix it, we must do better. All of us, women and men, must do better.“

Übersetzung: Meine ganz persönliche Definition von eine*r Feminist*in  ist ein Mann oder eine Frau, die sagen, dass wir mit dem sozialen Geschlecht heutzutage ein Problem haben,  das wir lösen müssen, uns verbessern müssen. Alle von uns, Frauen und Männer müssen es besser machen. 

(Chi­ma­man­da Ngo­zi Adi­chie)



Feminismus ist für mich

...nicht zwangsweise laut.

…Schutz.

...Freiheit.

...Unabhängigkeit.

...rebellisch.

...Träume und Ziele, Visionen verwirklichen.

...dass ich deutlich gesehen und wertgeschätzt werde.

...Ich selbst sein dürfen.

...Gerechtigkeit.

...stark sein.

...Mut.

...Zusammenhalt, Verständnis, Liebe.

...Gleichstellung und Gleichberechtigung von Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen.



“Beim Feminismus geht es nicht darum, Männer schlecht zu reden, sondern die männliche Vorherrschaft also das Patriarchat abzuschaffen. Feminismus muss intersektional sein, d.h. er muss alle Menschen, die von Sexismus betroffen sind in allen Lebensrealitäten abholen können und nicht nur weißen Frauen noch mehr Macht zusprechen, die im Vergleich zu Schwarzen Menschen oder People of Colour, mehr Privilegien haben und Diskriminierungsformen wie Rassismus nie erlebt haben und erleben werden. Außerdem muss er antikapitalistisch und anti-hierarchisch sein, denn Frauen, die eine höhere berufliche Position haben, können trotzdem zu Unterdrückung beitragen. Eine Frau in einer Führungsposition ist nicht gleich Feminismus. Zusätzlich soll der Feminismus vermitteln, dass als männlich gelesene Personen Schwäche zeigen und weinen dürfen.”
(Géraldine Welte, 19, Dramaturgiehospitanz)

>>>>> “Your silence will not protect you” <<<<<
                   Audre Lorde 1934-1992

         (Frauenrechtlerin, Autorin, Aktivistin und Feministin)


Gerade nach dem hundertsten Weltfrauentag diesen März und auch mit der Nominierung von Anna-Lena Baerbock als erster Grüner Kanzlerkandidatin, liegt ein Aufbruch in der Frühlingsluft. Manche sprechen von einer 4ten Welle des Feminismus. Andere sagen, die Frauen* sind ihren Weg nur weitergegangen, so wie Scarlett es im Theaterstück “Mädchen wie die” tut. Und wie es uns die historischen Frauen in diesem Bühnentext zeigen: Stetig weitergehen bringt neue Erfolge. Wir denken: Der feministische Kampf hat noch lange nicht aufgehört. Er muss muss weitergehen.

Wie Audre Lorde eine Frauenrechtlerin, Autorin, Aktivistin und intersektionale Feministin sagte: “Dein Schweigen wird dich nicht schützen”. Es wird dich nicht vor unfairer Bezahlung schützen, vor tradierten Rollenbildern und auch nicht vor Unterdrückung oder Sexismus. Feminismus ist notwendig, denn, so schrieb schon Simone de Beauvoir: “Man darf nicht glauben, das bloße Nebeneinander von Wahlrecht und Beruf wäre bereits eine vollkommene Befreiung: die heutige Arbeit ist nicht Freiheit. (...) Im übrigen hat sich die Sozialstruktur durch die Entwicklung der Bedingungen des Frauseins nicht grundlegend verändert. Diese Welt, die seit jeher Männern gehört, hat immer noch das Gesicht, das die Männer ihr gegeben haben.”
(Zitat aus “Das andere Geschlecht” von Simone de Beauvoir)


So kann "I’m a BARBIE GIRL in a Barbie World" im Jahr 2021 klingen! 


Hört Yasmina El Aallali hier singen.

Diese Coverversion, gefilmt von unserer Regiehospitantin Tara Dobric mit ihrem Handy, entstand recht spontan zwischen den Proben. Wenn ihr Yasminas Stimme so feiert wie ich, seht euch irgendwann Nike-Marie Steinbachs Inszenierung von “Mädchen wie die” an. Darin gibt es einen anderen 1990er Song a capella... nananana…

Yasmina El Allaali, 2001 in Darmstadt geboren, studiert Jura in Mainz und macht nebenbei ein Praktikum im Online-Marketing Bereich. In dieser Produktion  macht sie ihre ersten Erfahrungen auf einer Theaterbühne und sagt:  "Ich hatte mich zuvor noch nie an die Schauspielerei gewagt, obwohl mich Theater und Musicals schon immer faszinierten. Ich bin zufällig auf diese Produktion gestoßen: Beim Stöbern auf der Homepage des Staatstheaters. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sich daraus etwas ergeben könnte. Im Nachhinein wundert es mich wenig, dass ich bei einem Stück gelandet bin, das sich mit dem Kampf gegen Ungerechtigkeiten auseinandersetzt.

Themen wie Gleichberechtigung und Sexismus liegen mir auch persönlich am Herzen, gerade als ein Mensch der Geschlechterrollen eher als überflüssig und überholt ansieht.", erzählt Yasmina. In ihrer Freizeit übt sie sich im kreativen Schreiben, abstraktem Zeichnen, Singen und Yoga. Sie interessiert sich für Sprachen, besonders für Französisch und ihre Muttersprache Amazigh. 



G = Gender-Pay-Gap Noch immer gibt es starke Unterschiede beim Gehalt von Frauen, die die gleiche Arbeit leisten, wie ihre männlichen Kollegen. Der Gender-Pay-Gap bezeichnet diese “Lücke” also den Unterschied des Brutto-Stundenlohns von Frauen und Männern. Vor allem in Deutschland ist erkennbar, dass der sogenannte Gender-Pay-Gap höher als in anderen Staaten ist. Knapp 19% sind es, die Frauen immer noch weniger verdienen.

Der Tag des Equal Pay Day soll darauf aufmerksam machen, wie viele Tage Frauen mehr arbeiten, um das gleiche Jahresgehalt zu erhalten wie Männer. 2021 war dieser Tag am 10. März 2021. Das heißt, rein rechnerisch betrachtet, dass Frauen dieses Jahr bis zu diesem Tag “umsonst” arbeiten mussten.

(Quelle:https://www.absolventa.de/karriereguide/arbeitsentgelt/gehaltsunterschied-maenner-frauen &

https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Direktorium/Frauengleichstellung/equal-pay-day.html


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G = Gender ist das englische Wort für Geschlecht und hat im deutschen mehrere Definitionen, während es im englischen nur als soziales, anerzogenes Geschlecht verstanden wird.

Es kann sich in der deutschen Sprache u.a. um das gesellschaftliche Geschlecht, also das Geschlecht, das einem durch Erziehung oder durch unterschiedliche Kulturen anerzogen wird, handeln, als auch um das biologische Geschlecht, welches einem bei der Geburt zugewiesen wird. 

Der Begriff hat seinen Ursprung in der medizinischen Forschung mit intersexuellen Menschen, und wurde benutzt, um deutlich zu machen, dass die individuelle Sozialisierung für die Identifizierung mit dem Geschlecht verantwortlich ist. So wurde das soziale Geschlecht (“gender”) als unabhängig vom biologischen Geschlecht („sex“) gesehen und so begrifflich unterschieden.

Vgl. Quelle: UNI-BIELEFELD.DE


Heteronormativität bezeichnet eine Weltanschauung, die Heterosexualität als die Norm festsetzt und dem binären Geschlechtersystem zugrunde liegt. Es wird als selbstverständlich gesehen, dass das bei der Geburt zugeordnete Geschlecht ein Leben lang bleibt und sich die Person heterosexuell entwickelt. Nach dieser Vorstellung können nur Männer und Frauen zusammen sein, wodurch Homosexualität ausgeschlossen wird. Heteronormative Vorstellungen können zudem auch in traditionellen Rollenbildern, (z.B. die Hausfrau, die zu Hause bleibt oder der Mann, der Karriere macht) wiedergefunden werden.

(Quelle: Das böse F-Wort - Dein Podcast über Feminismus)

Anknüpfend an das Thema Hass im Netz
und dick pics…

hate aid ist eine  Beratungsstelle, die sich um Betroffene von digitaler Gewalt sorgt. Sie bieten rechtliche und finanzielle Unterstützung beim Vorgang gegen Gewalttaten im digitalen Raum an. Vor allem Frauen leiden häufiger unter “hatespeech” also Hassreden im Internet. Hier findest du direkt zur Beratungsstelle (hier verlinken: https://hateaid.org/betroffenenberatung/


+++ H wie heldenhafte Frauen +++

Hildegard von Bingen war eine Revolutionärin ihrer Zeit, Autorin, Komponistin und Heilerin und wurde 1098 in Bermersheim in Rheinland-Pfalz geboren. Nachdem sie sich dazu entschied, keine Ehe- und Hausfrau zu werden und keine Kinder zu bekommen, ging sie ins Kloster und gründete mit Anfang 50 ihr eigenes. Sie war dafür bekannt, die Gleichstellung aller Menschen zu vertreten und wurde für ihr Wissen in der Heilkunde geschätzt, die sie sich wissenschaftlich in Auseinandersetzung mit Pflanzenkunde aneignete. Als sie sich mit ihren Visionen und Fähigkeiten sogar über den Papst stellte, stand eine Hexenverbrennung zur Debatte. Der Papst entschied sich dagegen und hörte sie an. Später war sie Autorin und beriet viele bekannte Persönlichkeiten, so auch den damaligen Kaiser Friedrich Barbarossa und auch den Papst. 

Hildegard von Bingen wurde heilig gesprochen und gilt bis heute als eine prägende, ehrwürdige und wichtige Persönlichkeit vor allem für den Bereich der Natur- und Pflanzenheilkunde.

Quelle: Podcast Starke Frauen: Hildegard von Bingen - die Lichtgestalt des Mittelalters

Helena (“die Leuchtende”) galt in der griechischen Antike als die schönste Frau der Welt. Um ihren Raub entzündete sich der Trojanische Krieg. Sankt Helena war auch eine berühmte Mutter, nämlich die von Konstantin dem Großen. Das Stück von Evan Placey spielt großteils in einer Mädchenschule namens “St. Helens”. 


AB 18 JAHREN

Dream Dolls oder auch Real Dolls  sind “lebensechte” bzw. nach den Wunschvorstellungen der Käufer gefertigte Sexpuppen, mit denen Mann alles tun kann, was er will. Oft werden sie auch als Partnerinnen im Alltag behandelt. Es gibt viele dutzend weibliche Puppen, jeder Statur, Hautfarbe und Größe (schon ab 145cm!) im Angebot, für die mit Texten wie diesem geworben wird:

“Ihre Haut ist seidig, ihr Körper weich, wie der einer echten Frau. Die Proportionen sind perfekt, genau so wie Du es liebst.” oder “RealDoll Puppen sind beweglich und können in allen üblichen Körperpositionen platziert werden.”

Die Nachfrage und der Markt ist groß und er wächst. An den besseren “Sprachfähigkeiten” der Puppen, die ähnlich wie SIRI oder ALEXA interagieren soll, wird noch gearbeitet. Jetzt schon funktionieren schlichte Dialog. Oder, um Anbieter zu zitierent: “Die ...-Line gibt es mit Berührungssensoren. Deine Doll spürt Deine Berührungen und reagiert auf Dich!”

Gibt es auch männlich aussehende, lebensechte Puppen? 

Mittlerweile ja, jedoch nicht in der gleichen Menge und Diversität wie weibliche. Ein deutscher Online-Versand bietet gerade mal zwei männliche Puppen (Kosten 1.900 statt 900 Euro) die sich versteckt in der Rubrik “Asiatinnen” finden. Sie haben keine langen Beschreibung wie die weiblichen Äquivalente. Es wirkt wie ein Copy&Paste Fehler, wenn unter der gut bestückten Puppe mit den Bauchmuskeln steht: “Bernie ist eine lebensechte Liebespuppe aus Nature Skin -TPE. Ihre Rundungen werden Dich begeistern! Sieh Dir in Ruhe ihre Bilder an und gestalte sie anschließend mit Hilfe unseres Konfigurators ganz nach Deinen Wünschen.” 

Was macht das mit männlicher Sexualtität, wenn Mann seine lebensechte, immer gefügige sprechende Puppe nach Wünschen gestalten  und nutzen kann, wie er mag? Was hat das mit “rape culture” zu tun?



22.04.21

Kostüm & Körper 

stehen heute im Mittelpunkt unseres Blogs. 

Es gibt Einblicke in den Skizzenblock von Kostümbildnerin
Marie Ruth van Aarsen.
Ein Smartphone-Video reflektiert die körperliche Seite unserer Schauspiel-Proben.
Und wieder Input für die Allgemeinbildung, Argumente und Fakten für frühsommerliche Diskussionen.

Nach E wie Eva geht es weiter in unserem losen ABC des Feminismus mit F wie Frauenwahlrecht, Femizid, Fassade wahren...



"Ich habe sehr konzentriert die Spielerinnen beobachtet, mir ihre Körper angeguckt.  Wo kommt die Energie in den Körpern her? Wo glaube ich, dass eine Spielerin sehr stolz auf ihren Körper ist und ihren Körper gerne sieht, wo vielleicht auch ein bisschen weniger?

Auf der Basis haben wir uns in persönlichen Einzelgesprächen unterhalten über die Rolle des Mädchens, über den eigenen Körper, über das, was ich wahrnehme und über das, was die Spielerinnen wahrnehmen."





"Ich habe Zeichnungen gemacht, wie ich mir die Kostüme ungefähr vorstelle. Es hat viel mit Formen, mit Farben zu tun. Es geht dann um eine Betonung der Hüfte, vielleicht von der Länge der Beine. Vielleicht geht’s um Schuhe, was im persönlichen Gespräch entsteht. Wo ich das Gefühl habe, dass da dem Körper was Gutes getan werden sollte und wo ich auch glaube, dass es zum Charakter des Menschen passt. Dass die Spielerin sich als "Mädchen" darin wohlfühlen kann."
(Marie Ruth van Aarsen, Bühne und Kostüm)


Schnell durchgeblättert



Wahlrecht und "Frauenstimmrecht" in Europa

Ein Beispiel...

Als Drittletztes Land Europas führte die Schweiz das Wahlrecht für Frauen ein. 1971. (Später waren noch Portugal 1974 und Liechtenstein 1984.) Wieso schaffte die Schweiz so spät einen Schritt, den die meisten europäischen Länder vor dem Zweiten oder bereits vor dem Ersten Weltkrieg trafen? Angeführt von Finnland 1906.

Ich kenne dieses Land ein bisschen und finde faszinierend, dass es dort alles nicht so lange her ist. Es leben noch Schweizerinnen, die für das Recht auf Wahl kämpften und männliche Familienmitglieder fragen können: “Hast Du eigentlich dafür oder dagegen gestimmt?” Zwei Einblicke hinsichtlich der Frage: “Warum hat das wohl so lange gedauert?”

Dieses Jahr erschien ein vielseitiges Buch, das die erst 50 Jahre junge Demokratie der Schweiz feiere, denn, so heißt es im Vorwort des Sammelbandes „50 Jahre Frauenstimmrecht” zugespitzt: Ein System, das die Hälfte der Bevölkerung von Wahlen ausschließt, dürfe sich nicht demokratisch nennen, so die Herausgeberinnen Isabel Rohner und Irène Schäppi.

Andrea Maihofer, (...) Auch 1971 war das Ergebnis übrigens recht knapp. Die Schweiz habe sich als „Männerstaat“ verstanden.

(Zitate aus: Isabel Rohner und Irène Schäppi (Hg.): „50 Jahre Frauenstimmrecht. 25 Frauen über Demokratie, Macht und Gleichberechtigung“, Limmat-Verlag, Zürich: 2021.)


Mit dem Säbel oder der Scheide abstimmen...

Rohner erzählt im Band auch die Geschichte der Appenzellerin Theresia Rohner, die Ende der 1980er-Jahre noch für das lokale Frauenstimmrecht in ihrem Kanton kämpfte,  zeitweise unter Polizeischutz stehend. In Appenzell gibt es eine spezielle Form der Abstimmung, für die sich die Wählenden auf dem “Landsgemeindeplatz” versammeln und per Handzeichen oder durch Heben des Säbels ihre Stimme abgeben. Ein absurdes Argument gegen das Wahlrecht für Männer und Frauen war demnach:

„[Der Platz] sei viel zu klein, wenn auch Frauen dabei wären. Und zudem: Viele Männer würden mit dem Säbel abstimmen. Womit sollten die Frauen das tun – etwa mit der Scheide? Grölendes Gelächter und erbostes Kopfschütteln in den Wirtshäusern.“

1990 stimmten die Herren im Kanton Appenzell-Innerrhoden übrigens wieder gegen das Frauenstimmrecht. Das Ergebnis wurde allerdings letztlich als diskriminierend und verfassungswidrig gekippt. Mittlerweile hat sich viel getan und bewegt für die Gleichberechtigung. Der Frauenanteil im Schweizer Nationalrat liegt seit 2019 bei über 40 Prozent. Staat und Familie sind nicht zusammengebrochen, trotz wählender Töchter, Mütter, Schwestern - und immer mehr auch Kolleginnen.  

(Zitate aus: Isabel Rohner und Irène Schäppi (Hg.): „50 Jahre Frauenstimmrecht. 25 Frauen über Demokratie, Macht und Gleichberechtigung“, Limmat-Verlag, Zürich: 2021.)



Zeitstrahl zum Frauenwahlrecht in Deutschland

1876

Hedwig Dohm fordert das uneingeschränkte Stimmrecht für Frauen




Die Schriftstellerin Hedwig Dohm veröffentlicht das erste Buch zum Thema Frauenwahlrecht in Deutschland  („Der Frauen Natur und Recht“)

1918

Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland

Am 9. November wird die Republik ausgerufen.

Das „Gesetz über die Wahlen zur verfassungsgebenden Nationalversammlung“
(12. Nov. 1918) gewährt allen BürgerInnen ab 20 Jahren das aktive und passive Wahlrecht
(reines Verhältniswahlrecht).

1905

Die Suffragetten kämpfen für das Frauenwahlrecht

In London fordern die Suffragetten (Frauenrechtlerinnen) das Stimmrecht für Frauen.

Es wurde in England radikal für das Frauenwahlrecht gekämpft und dennoch dauerte es bis 1928, bis die Frauen das Wahlrecht erhielten.
Quelle: Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg FRAUENWAHLRECHT-BW.DE




"Mädchen wie die" spielt in England.






Figuren-Recherche von der Probe

Zeitstrahl von Scarlett

(gespielt von Edda Wiersch und anderen aus dem Ensemble der Produktion) 



"Ich habe gelernt, dass ich mich gar nicht so einzuschränken brauche mit meinem Körper."



"Es ist halt sehr wichtig bei dieser ganzen Körperarbeit, dass man wirklich so richtig bei sich ankommt."




F=Femizide bezieht sich auf das lateinische “femina” also “Frau” und  “caedere” “töten”, und erhielt zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts in England erstmalig Verwendung im Sprachgebrauch. Das Wort bezeichnet gegen Frauen gerichtete tödliche Gewalttaten, motiviert aufgrund des Geschlechts. Oftmals werden Femizide als “Ehedrama” abgetan. 

Jede Woche sterben in Deutschland drei Frauen durch ihren Partner oder Expartner. In Mexiko sind es täglich sechs Frauen die durch einen Femizid sterben. Alle 27-31 Stunden stirbt eine Frau in Argentinien an den Folgen eines Femizids. 

Erst vor ca. zwei Wochen wurde Nadine in Österreich von ihrem Expartner mit Benzin überschüttet und angezündet und erlag nach vier Wochen ihren zu schwerwiegenden Verletzungen. Seit Anfang 2021 wurden in Österreich 7 Femizide gezählt.

Mehr unter MISS.AT

In vielen südamerikanischen Ländern sind Femizide an der Tagesordnung. 

“In Mexiko [wurden] 2019 dort 4.000 Frauen ermordet, nur in 976 Fällen wurde wegen Femizid ermittelt, in aller Regel entkommen 99% der Täter straflos”.
(Quelle: Arte Reportage-Im schwarzen Block der Feministinnen)

Feministinnen einer neuen Generation kämpfen in Mexiko nun auch mit Gewalt für Frauenrechte und gegen brutale Männer. Von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet. Ein neuer “Schwarzer Block”:

In einem autonomen Zentrum, das das Betreten von Männern strengstens untersagt, leben die Frauen zusammen und helfen einander. Der schwarze Block wurde speziell für Frauen gegründet, die von ihren Partnern oder Ehepartnern geschlagen, misshandelt oder fast getötet wurden. Zusammen leben sie mit den Kindern in einer Gemeinschaft und kämpfen um den Erhalt des Widerstands gegen das Patriarchat. Frauen die neu dazukommen, wird das BOXEN beigebracht, um sich verteidigen zu können. Kein Polizeiauto darf sich dem Zentrum nähern, denn es ist bekannt, dass die Polizei gezielt Taten verdeckt, selbst gewalttätig gegen Frauen ist und motiviert von patriarchalen Strukturen ermittelt. 

(Mehr unter: Arte Reportage-Im schwarzen Block der Feministinnen)

Das Staatstheater Darmstadt hatte das Thema künstlerisch in der Inszenierung des Romans 2666 von Claudia Bossard behandelt. Das Buch berichtet von Frauenmorden zwischen 1993 und 1997 in einer mexikanischen Stadt.

Die Aufklärung bleibt - wie im Weltliteratur-Roman - auch noch heute erfolglos und eine strafrechtliche Verfolgung findet in den wenigsten Fällen (s.o) in Mexiko statt.



Life in a nutshell. 

Eine neue Heldinnen-Geschichte

In unserer Rubrik “Vorfahrinnen-Recherche”

Fassade wahren

Meine Großmutter wurde von uns allen OMI genannt. Sie hatte immer warme, weiche, gut gecremte Hände, und umfasste einen bei der Begrüßung immer mit allen beiden. Mit einem Leuchten aus ihren kleinen trüben Augen, die von unzähligen Lachfalten umgeben waren. Die Haare immer etwas anders im Ton braun gefärbt. Eigentlich immer trug sie bunte geblümte Kleider. Ich erinnere mich, wie sie das Kleid gerafft in der kalten Badewanne mit 96 wie ein Storch im kalten Wasser trat. Kneipp war ihr Held und Idol. Einmal habe ich sie einen Kopfstand auf ihrem Schafsfell machen sehen. Wie ein Millenial Yogi, aber da war sie 93. Sie hat beide Weltkriege in Bayern erlebt. Den ersten als Baby.

Auf der Schule war sie nur 4 Jahre. Nur die Grund- oder wie sie sagte Volksschule hat sie absolviert. Auf dem Bauernhof musste sie mitarbeiten. Bei den Dorffesten ging es lustig zu, sagte sie... 

Ihr erstes Kind bekam sie mit 18, dann noch 5 weitere. Alle mit einem Mann, den sie liebte und mit dem sie verheiratet war. Als er sich in den letzten Zügen des Weltkriegs auf dem Speicher des Mehrfamilienhauses erhängte, und für die Halbwaisenrente der Kinder, so erklärt er im Abschiedsbrief, das Leben nahm, brachte sie die 6 Kinder alleine durch. Nur mit dieser Halbwaisen-Rente. Sie hatte viele Rezepte für hartes Brot und Kartoffelschalen waren wertvoll. München war zerbombt. Und in der 5 Zimmer Altbauwohnung, in der ich sie als Alleinlebende fröhliche Frau kennenlernte, die gern Kuchen aß und Trubel mochte, da lebten in der Nachkriegszeit 3 Familien. Fast 20 Leute. Wie sie das allein geschafft hat, dabei so oft lachte und meinen Vater zu einem stabilen erfolgreichen Menschen erziehen konnte, ist mir ein Rätsel.



15.04.21

D wie Dickpics +++ E wie Eva versus Lilith / die Erste Frau / Ikone Esther Williams

Wir zeigen diese Woche aber auch einfach Theatermacherinnen in der Probenpause.

"Regietisch" auf der sehr großen Probebühne des Musiktheaters
Hier kann das Ensemble aus Frauen* - regelmäßig getestet -
gut proben.


Wir möchten allen, die sich für die Produktion interessieren und treuen Blog-Leser*innen nicht vorenthalten, woran wir gerade arbeiten. Etwas, das (oft im letzten Drittel einer Proben-Zeit) immer wieder passiert, macht einen Theaterabend oft besser und tut uns dennoch weh.

Kill your darlings nennen wir es, wenn geliebte Momente und kurze Texte im Arbeitsprozess  wegfallen. Wir mögen die folgende Szene von Evan Placey beispielsweise sehr.


Wie geht es Ihnen und Euch?

>>>

Kommen Erinnerungen ans Flaschendrehen auf?



<<<

Wie war die Reaktion auf die ersten pornografischen Bilder?


Auch das sind Themen einer Coming of Age-Geschichte und Inhalte der Inszenierung, die - toi toi toi - diese Spielzeit Open Air für Sie und euch zu sehen sein wird.


Von der Schwierigkeit “Nein” zu sagen 

Von Flaschendrehen und Porno

Wir sitzen im Kreis.

Eine leere Cola-Flasche dreht sich schnell um sich selbst.

Wir sind zwölf Jahre alt. Wir sitzen auf dem Dachboden bei einem Jungen namens Tyler.

Die Flasche zeigt auf eine von uns, und das Mädchen, auf das sie zeigt, ist nervös.

Scarlett.

Aber sie zeigt es nicht. Sie benimmt sich, als würde sie Russell mit der Wischmop-Frisur jeden Tag küssen. Sie lässt sich nicht anmerken, dass es das erste Mal überhaupt sein wird, dass sie einen Jungen küsst.

Sie lässt sich nicht anmerken, dass sie sich, obwohl sie auf Russell steht - das tun alle - das eigentlich ganz anders vorgestellt hat.

(Eine startet, dann rufen alle): Zun-gen-kuss Zun-gen-kuss Zun-gen-kuss

Und seine Zunge schmeckt nach Tortilla Chips und Fanta.

Dann sagt Russell: 

“Willst du nochmal?”

Und sie will nicht. Nicht wirklich. Aber wir schauen zu. Und sie weiß, wir werden es nie vergessen, wenn sie nicht will. Also sagt sie:

“Klar.”   

Später sitzen wir auf Sofas. Alle Jungs sitzen auf einem Sofa und alle Mädchen auf dem anderen. Und natürlich passen wir nicht alle drauf, also sitzen wir uns gegenseitig auf den Knien.

Und dann holt Tyler einen Laptop raus.

Da sind zwei Männer und eine Frau auf dem Bildschirm. Alle nackt.

Und zuerst verstehe ich nicht genau, was ich da anschaue.

Und es gefällt mir nicht.

Und ich will die Augen zumachen.

Und ich will sagen, macht das aus, bitte.

Und ich will aufstehen und rausgehen.

Aber sie sitzt auf meinem Knie.

Und sie hat ihren Kopf auf meinen Beinen.

Und sie hat ihre Füße auf meinem Schoß.

Und ich kann mich nicht bewegen.

Also sitzen wir alle da und schauen zu. 

Und essen dabei Tortilla Chips.



Wenn es so - oder so ähnlich - im Postfach aussieht.

Foto: Karoline Hoefer

D= Dick pics sind Fotografien von Penissen im erregten Zustand, die im Internet meist unaufgefordert verschickt werden. Oft landen diese kommentarlos als Nachricht bei Frauen auf sozialen Netzwerken. Während Männer oft überzeugt sind, dass das Bild im Gegenüber positive Gefühle auslöst, reagieren Empfänger:innen meist abgeneigt, da kein Konsens beim Verschicken bestand. Das dick pic ist oft eine einschüchternde Machtausübung. 


Mithilfe einer technologischen Maßnahme, nämlich durch die automatisierte Objekterkennung, könnte Empfängerinnen der Anblick der Bilder erspart werden. So geschieht das beispielsweise längst auf einer relevanten Dating-Plattform, auf der Penisbilder automatisch durch Fotos von Kätzchen ersetzt werden. Doch die meisten Messenger und Plattformen nutzen diese technologische Möglichkeit nicht.

Strafrechtlich kann das Verschicken von dick pics inzwischen verfolgt werden, denn das unaufgeforderte Versenden solcher Bilder gilt, zumindest in Deutschland, als eine Straftat nach § 184 Strafgesetzbuch. Männern droht wegen “Verbreitung pornografischer Schriften” bis zu ein Jahr Haft oder eine Geldstrafe. DICKSTINCTION.COM unterstützt beim Erstatten einer Anzeige. 

Mehr u. a. unter: NETZPOLITIK.ORG

2020 wurde das Thema in den Medien breiter diskutiert durch den 15 min. TV-Beitrag “Männerwelten” von Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf, der auf Youtube und Instagram innerhalb weniger Tage mehr als 20 Millionen Aufrufe hatte. Darin präsentiert u.a. Moderatorin Palina Rojinski eine Bildergalerie ihrer “Sammlung”. Der m Beitrag hematisisert auch breiter Sexismus und sexuelle Belästigung in den Medien und es wird zusammengefasst: 

"Unter den Videos von weiblichen Influencer*innen sind im Schnitt 16 von 100 Kommentaren sexistisch.

Bei männlichen Influencern sind bei hundert Kommentaren wie viele sexisitsch? Genau: Null."

(Sophie Passmann in: "Männerwelten - Joko & Klaas 15 Minuten live") Quelle: YOUTUBE.COM

Nach einer Statistik von YouGov von 2017 in der 2121 Frauen aus Großbritannien befragt worden sind, haben fast die Hälfte der Frauen im Alter von 18-36 Jahren schon ein Foto von einem Penis gesendet bekommen. Je jünger die Frauen waren, desto höher war die Wahrscheinlichkeit, dass die Frauen ein solches Bild des Genitalbereichs erhalten haben (bei 18-24jährigen waren es 53%).

Bei den Frauen, die in der Vergangenheit ein dick pic zugeschickt bekamen, haben 9 von 10 also 89% das Bild nicht einvernehmlich erhalten.

Quelle: YOUGOV.CO.UK

 


"Den Körper bewusst wahrnehmen"


Nurcan Yildiz und Nira Priore Nouak bei der Körperarbeit.



Körper-Arbeit und Choreografie ist ein Aspekt der Probenarbeit. 

Was macht die Körperarbeit aus und welche Bedeutung hat sie für das Stück?

Nurcan Yildiz: "Also ich nehme ganz viel mit, was ganz toll war: den Körper einscannen, ihn füllen, mit Energie füllen. Das sind schöne Bilder, um damit arbeiten zu können, für mich."

Nimmst Du daraus etwas für Dich persönlich mit?


Wofür ich kämpfe

Dass alle Menschen Meinungsfreiheit, Bildung, persönliche Entwicklung und Schutz erhalten

+++

Freiheit
Entwicklung
Schutz der Natur
Schutz der Tiere
Das alle Menschen im dieser Welt wichtig sind

+++

Gleichstellung zwischen Mann und Frau

Wogegen ich kämpfe

gegen vieles andere Autorität meiner Eltern, Lehrer, Ungerechtigkeit (3-mal) etc.

+++

Gegen die Fremdbestimmung, da ich für meine sexuelle Selbstbestimmung, meine Emazipation
und für meine Rechte kämpfe, aber was ist im Leben wirklich selbstbestimmt?

+++

Meinen Körper



 Copyright (c) 2016 jorisvo/Shutterstock

E wie Eva. 

Die erste(n) Frau(en).

Eva versus Lilith. 



In der westlichen Kultur wird EVA gemeinhin als die erste Frau überhaupt angesehen. 

"Ich will ihm eine Gehilfin machen", so wird Gott selbst im Alten Testament zitiert, als er den frisch erschaffenen Adam betrachtet. Neben der Erzählung von Eva, die die "Ursünde" in die Welt bringt, existieren allerdings noch Mythen und Schriften zu Lilith als Adams erster Frau, die ihm nicht gehorchte und das Paradies verließ.

Die Geschichten der Bibel haben der Anthropologe und Evolutionsbiologe Prof. Carel van Schaik zusammen mit dem Historiker und Literaturwissenschaftler Kai Michel jahrelang untersucht. 

Wir fragen: Wer war Lilith?

Auf den Spuren der ersten Frauen zitieren wir hier die Autoren: 

“Die Bibel wurde von Männern geschrieben, um Männerabsichten zu verfolgen: Weniger als zehn Prozent der im Alten Testament namentlich erwähnten Personen sind weiblich. Wir versuchen allen Spuren nachzugehen. Deshalb wollen wir Lilith nicht ignorieren, von der Gerücht geht, sie sei Adams erste Frau gewesen. Auch wenn sie genau genommen von uns gar nicht ins Spiel gebracht werden dürfte, taucht sie doch erst anderthalbtausend Jahre nach Niederschrift der Bibel in Geschichten rund um das Paradies auf. Aber erzählen wir erst einmal.

Bibelleser hatten sich immer gewundert, warum Gott die Frau zweimal machte. Es brauchte eine Erklärung, weshalb Gott Mann und Frau zunächst nach seinem Ebenbild schuf, um dann später noch einmal eine Frau aus Adams Rippe zu formen. Eine populäre lautet: Eva war Adams zweite Frau. Die erste war ihm weggelaufen! Im Alphabet des Ben Sira tauchte ums Jahr 1000 nach Christus das Gerücht auf, Lilith sei Adams erste Frau gewesen: Gleich hätten beide zu streiten begonnen “Ich will nicht unter dir liegen”, schimpfte Lilith, woraufhin Adam lospolterte: “Ich will nicht unter dir liegen, sondern auf dir, weil du verdienst, die Unterlegene zu sein, und ich, der Überlegene zu sein.” Ach was, entgegnete Lilith. “Wir sind beide gleich, weil wir beide aus Erde gemacht sind.” Einigen konnten sie sich nicht, Lilith erhob sich in die Lüfte und entflog in die Wüste.”


Wie die Frau in die Welt kam

Narration der Eva

"Obwohl Gott sein Werk noch einmal betrachtet, es für "Sehr gut" befindet und sich einen Tag Ruhe gönnt - was macht er als Nächstes? Er beginnt von vorn. Nimmt Erde vom Acker, formt daraus Adam und bläst ihm Lebensatem ein. Dann legt Gott einen Garten "in Eden gen Osten hin" an und setzt Adam hinein. Und weil Gott gleich merkt, dass es "nicht gut" sei, "dass der Mensch allein" ist, denkt er sich "Ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei."  Doch woher nehmen? Er formt, wiederum aus Erde, die Tiere auf dem Felde und die Vögel in der Luft und präsentiert sie Adam. Der darf Ihnen Namen geben, "aber für den Menschen ward keine Gefährtin gefunden, die um ihn sei". Da erst kommt dem Schöpfer die Idee mit der Rippe. Gott lässt Adam in tiefen Schlaf fallen, nimmt eine Rippe von ihm und formt aus ihr eine Frau. "Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch." erkennt Adam gleich. "Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und schämten sich nicht."

[Übrigens ganz anders als Scarletts “Freundinnen” in unserem Stück, um deren Nacktfoto ein Riesen Drama gemacht wird. Anm. d. Dramaturgin]

Gott hätte allen Grund, zufrieden zu sein. Doch er hat die Rechnung ohne die Schlange gemacht. Der Rest der Geschichte ist bekannt: Eva lässt sich nicht von dem Reptil dazu verleiten, gegen Gottes Verbot zu verstoßen und vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu kosten. Adam setzt dem keinen Widerstand entgegen. Fortan schämen sich die beiden ihrer Nacktheit und Gott verweist sie des Paradieses. Die Menschen leben seither jenseits von eden. Generationen von Gläubigen, denen jeder Buchstabe der Genesis heilig war und die nicht wussten, dass hier zwei Schöpfungsberichte kombiniert worden waren, rätselten über die Details. 

Warum machte Gott zweimal Menschen? Was war mit dem ersten passiert? Kein Wunder, dass das Gerücht aufkam, Eva sei bereits Adams zweite Frau. Die erste sei ihm weggelaufen, weshalb Gott zum Trick mit der Rippe greifen musste. Die Paradiespassage hat seit jeher zu neuen Deutungen inspiriert.

(Aus: Das Tagebuch der Menschheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 37f. und 72f.)


Wie Ikone Esther Williams...


Im Stück "Mädchen wie die" gibt es eine Schwimmbad-Szene, die Synchronschwimmen thematisiert: Anlass für das Regie-Team, sich mit der strahlenden Hollywood Studio Ikone Esther Williams zu befassen, die...


...stets perfekt geschminkt elegant durchs Wasser glitt.



Aufwändig inszeniert zeigt sich darin auch die Choreografie eines idealen heterosexuellen Liebespaars seiner Zeit. Siehe YOUTUBE



E = Esther Williams war US-Amerikanische Schauspielerin, Aqua-Maid und Olympia-Schwimmerin. Schon mit 17 Jahren  gehörte sie der US-amerikanischen Frauen-Meister-Staffel an und erhielt eine Qualifizierung für die Olympischen Spiele. Während des zweiten Weltkrieges konnte sie jedoch nicht an den Olympischen Spielen 1940  teilnehmen und verdiente stattdessen ihr Geld indem sie schauspielerte und als “Badende Venus” oder als “Neptuns Tochter” arbeitete. Später zählte Esther Williams zu den reichsten Frauen Hollywoods.  Mehr unter ZEIT.DE

Frauen, die ihr eigenes Geld machten und erfolgreich waren, gab es noch nicht sehr lange. Plötzlich fingen Frauen, die arbeiteten, an, ein ähnliches Verhalten an den Tag zu legen wie Männer. Sie gingen abends trinken oder hatten Sex. Trotzdem war der Druck sehr groß: Frauen mussten Männern zu jedem Zeitpunkt gefallen, große Brüste und kurvige, Sanduhr ähnliche Figuren oder perfekt gelockte und frisierte Haare haben. Oft wurden Korsetts getragen um dem Ideal in den abgebildeten Magazinen zu entsprechen. All das zeigt sich auch in den Hollywood-Heldinnen der 30er, 40er und natürlich der 50er Jahre.
(Textblock von: Géraldine Welte, Dramaturgiehospitanz)


Wofür ich kämpfe

Ernst genommen zu werden

+++

Mein Leben

+++

Verständnis für andere

+++

Nicht kämpfen zu müssen

Wogegen ich kämpfe

Mein Körperbild

+++

Islamophobie

+++

Spießer

+++

Heißhunger



Auf der Suche nach mir selbst




"In meinen Träumen fließt der Main in das Mittelmeer." (Namika in “Nador”)


Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, / die eine will sich von der andern trennen: / Die eine hält in derber Liebeslust / sich an die Welt mit klammernden Organen; / die andre hebt gewaltsam sich vom Dust / zu den Gefilden hoher Ahnen. (Faust 1, Vers 1112 - 1117; Vor dem Tor)


08.04.21

C wie Cybermobbing, Catcalling und Carework

Doch diese Woche geht’s im Blog auch um Hass und Eigenliebe im Netz.



Cat-Calling sind unangebrachte, unangemessene sexuelle und anzügliche Kommentare von Männern gegenüber Frauen in der Öffentlichkeit. Meist werden diese eingesetzt, um Aufmerksamkeit zu erzwingen, mit dem Ziel, Sex als Gegenleistung zu erhalten. Dabei sind alle Cat-Calling Situationen immer Machtspiele, die Frauen als Objekt darstellen. Meist werden diese Erfahrungen auf Straßen und Plätzen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln gemacht, auch in Clubs, Bars ist diese Form der Demütigung nicht unüblich.

“catcallsofdarmstadt” kreidet Respektlosigkeiten und Bedrohungen aus der Region an. 

Vorfall

“Ankreidung Nr. 198: Wurde von einem betrunkenen Typen mit den Worten: „ey f*cken?“ gegrüßt. Als ich hochschaute, bemerkte er: „aso bistn typ haha sorry“. 
(CATCALLSOFDARMSTADT.COM)


Das Beispiel zeigt, dass es bei sexueller Belästigung nicht nur um die betroffene Person selbst geht; hier wird Sexismus deutlich, der sich in der Respektlosigkeit gegenüber Frauen äußert.


"Sie reißen einander Federn mit dem Schnabel aus."

“So hat die Natur das eingerichtet. Wenn ihr mir nicht glaubt, könnt ihr irgendso nen Tierfilmer fragen. ... Wie mein Bruder sagt: Ein Schlüssel, der eine Menge Schlösser aufkriegt, ist ein richtig guter Schlüssel. So ne Art Generalschlüssel. Aber ein Schloss, das eine Menge Schlüssel öffnen können, ist ein echt beschissenes Schloss. Versteht ihr? – Das hat Scarlett nicht kapiert. Vielleicht hat ihre Mutter es ihr nicht beigebracht.”
(Aus dem Stück)



(aus der ersten Leseprobe)




“Erst als Scarlett verschwindet, wird den anderen ins Gedächtnis gerufen, was Mobbing für Auswirkungen hat. Das Problem beim schnellen kommentieren, teilen, disliken, der einzeln, das allerdings massenhaft geschieht, ist eben das jeder Kollektiv-Schuld: Die Schuld wird so oft geteilt, dass bei der einzelnen scheinbar kaum eine Verantwortung übrig bleibt.”
(Karoline Hoefer, Dramaturgin
)

Mobbing beinhaltet das über einen längeren Zeitraum andauernde Schikanieren, Beleidigen oder Blamieren einer oder mehrerer Personen am Arbeitsplatz, in der Schule oder auch im Internet ( Cybermobbing). Dabei müssen die Handlungen nicht immer nur aktiv passieren sondern können auch passiv sein oder durch nonverbale Kommunikation wie negative Blicke stattfinden.

Das Mobbingrisiko ist für Frauen 7% höher als bei Männern. Mehr Männer sind laut Mobbingprojekt (WORDPRESS.COM) Täter als Frauen. Vor allem nimmt Cyber Mobbing durch die Digitalisierung zu.

Jede siebte junge Frau in Deutschland hat laut einer Studie der Hilfsorganisation Plan International mindestens einmal digitale Gewalt erlebt. "Mädchen und Frauen können sich im Internet längst nicht so sicher fühlen wie auf der Straße", sagte die "HateAid"-Geschäftsführerin Anna-Lena von Hodenberg.

Ein Zitat aus dem Interview mit Frau von Hodenberg: „Frauenhass ist natürlich auch ein Teil der Ideologie. Bei den Tätern von Christchurch und Halle haben wir gesehen, dass sich der Hass gezielt gegen Frauen richtete - genauer gesagt gegen Frauen, die emanzipiert sind, eine eigene politische Meinung haben und selbst über ihren Körper bestimmen wollen.

Es gibt das Denken, dass emanzipierte Frauen keine Kinder mehr bekommen wollen und die Angst, dass die Menschheit deshalb als Rasse ausstirbt. Frauen werden versachlicht und auf ihre Funktion, Kinder zu bekommen und dem Mann zur Verfügung zu stehen, reduziert.“

Aus: "HateAid": Hass gegen Frauen im Internet ist heftig  | evangelisch.de



Welche Unterschiede macht Sprache?



Gibt es Begriffe, die noch für ein Geschlecht reserviert sind?

Uns fielen ein:

+++ Rabenvater +++
+++ Familienmutter +++
+++ Lästerbruder +++
+++ Männerheldin +++
+++Tante Doktor +++
+++ Powermann +++
+++ Dramaking +++
+++ Hotel Papa +++
+++ Karrieremann +++
+++ boypower +++


Hass im Netz, der in reale Attentate münden kann. 

Wer oder was sind Incels?

Incels: Der Begriff “Incel” ist eine Ableitung aus dem englischen und bedeutet „involuntary celibates“. Auf deutsch die “unfreiwillig Zölibatären”. Nach eigenen Aussagen haben diese Männer unfreiwillig keinen Sex mit Frauen und vertreten den Standpunkt, dass Feminismus Schuld daran sein muss. Daher beschimpfen sie nicht nur junge Frauen in Internetforen (wie 4chan, lookism.net oder Wikimannia), sondern sie fordern geradezu bedingungslosem Sex mit Frauen und fantasieren von Vergewaltigung. Meist leben sie ihren Hass online aus, teigern sich in Verschwörungsmythen die nicht nur misogyh, sonden also frauenverachtend, sondern nicht selten auch antisemitisch und rassistisch sind.

Allerdings kam auch schon zu realen Morden und Amokläufen, die sich gezielt gegen junge Frauen richteten. So hatte sich der Attentäter von Toronto 2018 selbst als zum “Incel”  bekannt und von “Revenge” gesprochen, bevor er mit einem gemieteten Van zehn Menschen tötete, acht davon waren Frauen. Ähnlich lag der Fall vier Jahre zuvor der Täter von Santa Barbara. Im Sommer 2020 wählte der antisemitische Attentäter in Halle für den makaberen Soundtrack seines Live-Streams ein frauenfeindliches Lied aus der Incel-Szene aus.

Hier ein Beitrag zu dem Thema:  Incels - Toxische Männlichkeit als Internetkult (deutschlandfunk.de)

Veronika Kracher schrieb in ihrem Buch Incel: Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults: “Ich habe angefangen mich mit dieser Gruppe zu beschäftigen, nach dem Attentat in Toronto 2018, das war auch der Moment, in dem die Incel-Community international auch bekannter geworden ist.“


Eigenliebe im Netz



Foto inszeniert von Maja Mae Mittelstädt im Zuge des Probenprozesses

Machen wir lieber sexy Selfies als schöne Akt-Portraits von Anderen? 


"Wir leben heute in einer Gesellschaft, die zunehmend narzisstischer wird. Die Libido wird primär in die eigene Subjektivität investiert. Das narzisstische Subjekt kann seine Grenzen nicht klar festlegen. So verschwimmt die Grenze zwischen ihm und dem Anderen. Ihm erscheint die Welt nur als Abschattung seiner selbst. … Der Eros reißt das Subjekt aus sich heraus auf den Anderen hin. Die Depression stürzt es zu sich selbst."

(Byung-Chul Han: Agonie des Eros, Matthes & Seitz, Berlin: 2013, S. 6f.)


Caring Women (Vorfahrinnen-Recherche)


20 Jahre kein Urlaub. So war das für die Oma meiner Kinder. Eine schwäbische Arbeiterin. Sie hatte immer mind. zwei Jobs. Tagschicht und Nachtschicht. Einen am Fließband in der Fabrik, einen im Callcenter. Ihre eigene Mutter wurde zum Pflegefall, nachdem die eigenen Kinder aus dem Haus waren. Sie nahm sie zu sich nachhause in die Wohnung und kochte für sie, fütterte sie, wusch sie… So kam es, dass sie seit sie 39 war, nie mehr in den Urlaub fuhr. Bis sie 59 war. Jede Nacht klingelte um 4 der Wecker. Nie mehr als 5 Stunden Nachtschlaf.

Die erste Schicht, der erste Job. Dann Mittagessen, das sie nachts vorgekocht hatte aufwärmen und füttern, danach Nachmittags zum Job in der Fabrik.
Ein Leben, das aus viel bezahlter und viel unbezahlter Arbeit bestand.
In ihren 50ern, als sie ihre Mutter beerdigt und mehr Freiheit hatte, sich nur noch um die zwei geretteten Haustiere und die zwei Jobs kümmern musste, dann kam die Krebs-Diagnose: Sie starb mit 53Jahren bevor Rente und Vorsorge griff. Bevor Zeit für sich selbst gewesen wäre. Ich hatte die Immobilienfirma am Telefon, als sie noch aufgebahrt auf dem Totenbett lag, die auf die fehlende Monatsmiete und die dreimonatige Kündigungsfrist hinwies.


Foto: Karoline Hoefer

01.04.21

B: Body, Boxen (diesmal die Frauen) und Biografisches



B = Bodyshaming Bodyshaming beschreibt das Demütigen, Stigmatisieren und öffentliche Kritisieren von Personen, die nicht die gesellschaftlichen Vorstellungen einer “perfekten” Figur vorweisen können oder übergewichtig sind (→ fatshaming). “Shaming” bedeutet hier, jemanden sich für seinen Körper schämen zu lassen. Dies äußert sich im alltäglichen Leben durch Mobbing und Diskriminierung , z.B. geringere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Ein Viertel der Deutschen ist schon aufgrund ihres Körper beleidigt worden.

“Besonders häufig werden Frauen aufgrund ihres Körpers beleidigt (29%) [Allerdings betrifft es auch Männer: ca. 20% erfuhren bereits Beleidigungen.] Junge Deutsche haben solche Beleidigungen oftmals erlebt: Vier von zehn der unter 35-Jährigen geben an, Body-Shaming-Opfer geworden zu sein. Mit zunehmendem Alter sinkt die Betroffenheit. So geben 14% der über 55-Jährigen an, anhand von Äußerlichkeiten negativ beurteilt worden zu sein.

Auffällig sind die Ergebnisse im Hinblick auf Personen, die angegeben haben, eine andere Person aufgrund von körperlichen Merkmalen beleidigt zu haben: 64% der Täter geben an, selbst schon Opfer von Body Shaming geworden zu sein. Auch aufgrund ihrer Herkunft machen die Menschen unterschiedliche Erfahrungen mit Body Shaming. So geben über ein Drittel (36%) der Deutschen mit Migrationshintergrund an, schon mindestens einmal wegen ihres Aussehens diskriminiert worden zu sein, vs. 23% der Deutschen ohne Migrationshintergrund. - Dies ist das Ergebnis einer Umfrage der internationalen Data and Analytics Group YouGov, für die 2.064 Personen vom 17.04. bis 16.05.2019 ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ befragt wurden.”

{Der Text wurde leicht gekürzt} Quelle: YouGov | Body Shaming: Ein Viertel der Deutschen ist schon aufgrund des eigenen Körpers beleidigt worden


Bodyshaming und Slutshaming - persönliche Erfahrungen aus dem Umfeld der Produktion

"In dem Laden in dem ich meine Strumpfhosen kaufe, muss ich seit einiger Zeit sehr lange suchen, nach einer normalen schwarzen Strumpfhose, die nicht den Körper schlanker machen soll, den Bauch wegquetscht, die Beine schmaler erscheinen lässt oder den Po formt. Trägt man diese “Shapeware”, hat man Abends regelrecht Bauchschmerzen. Sie sind das Korsett unserer Zeit."

"Ich zog mir einmal meinen hässlichsten Schlüpfer an, den ältesten dicksten Bauchversteck-Schlüpfer in beige, weil ich nicht wollte, dass er mir schon beim zweiten Date direkt unter die Kleidung gehen darf. Ich wollte ja nicht als “Flittchen”, wie man gemeinhin sagt, rüberkommen."

"Auf einem Festival hat mich ein Typ angewidert angequatscht, wie ich es mir wohl erlauben könnte, als Frau unrasierte Beine zu haben. Es sei einfach unhygienisch und nicht ästhetisch. Er selbst hatte einen Vollbart und Haare am ganzen Körper."

"Einmal habe ich im Club eine Frau etwas länger geküsst. Nachdem ich dann wieder aufschaute, stand ein Typ mit Stielaugen daneben und entgegnete uns “Wow das war ja so geil gerade”. Er hatte uns die ganze Zeit beobachtet."

"An manchen Tagen wollte ich gar nicht erst aus dem Bett aufstehen, geschweige denn das Haus verlassen. Ich dachte mir: Mit dem fetten Arsch kannst du doch auf keinen Fall auf die Arbeit gehen."


Mein. Get. Ready. Soundtrack. 


 
(erste Leseprobe)

Ich stehe vor einem lebensgroßen Spiegel.

Ich  rasiere mir die Achseln

Ich epiliere mir die Beine

Ich zupfe mir die Augenbrauen

Ich lackiere mir die Nägel.

Ich male mir die Lippen an.

Ich trage Rouge auf meine Wangen auf

Ich tusche meine Wimpern

Ich glätte mein Haar

Ich creme mich ein

Ich besprühe meine Arme mit Glitzer

Ich steck mir Ohrringe rein

Ich parfümiere mein Dekolleté.

Ich rasiere. Epiliere. Zupfe. Lackiere. Male an. Trage auf. Tusche. Creme ein. Besprühe. Stecke rein. / Parfümiere. Epiliere. Zupfe. Lackiere. Male an. Trage auf. Tusche. Creme ein. Besprühe. Stecke rein.// Lackiere. Parfümiere. Epiliere. Zupfe. Male an. Trage auf. Tusche. Creme ein. Besprühe. Stecke rein. 

(Aus dem Stück "Mädchen wie die", Evan Placey)


"Frauen sind heute und in Nike-Marie Steinbachs Inszenierung keine Nummerngirls mehr."




Regina Halmich, geboren 1976 in Karlsruhe, ist eine ehemalige deutsche Profi-Boxerin. Von 1995 bis 2007 war sie ungeschlagene Weltmeisterin im Fliegengewicht.

Als talentierte junge Frau mit dem Ziel, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen, war der Beginn der späteren vielfachen Weltmeisterin nicht leicht. Die Funktionäre des Amateur-Boxens in Deutschland waren in den 1990er noch gegen Frauenkämpfe. So gab es Ende der 1990er noch nicht die Möglichkeit als Frau in Deutschland Amateurboxerin zu werden und professionell Wettkämpfe zu bestreiten. Regina Halmich musste sich bei einem Amerikanischen Verband anmelden. 

Nach einem verlorenen Kampf in Las Vegas titelte eine große deutsche Boulevard-Zeitung mit ihrem blutenden Gesicht und der Schlagzeile, das wolle niemand sehen: Boxende Frauen. Lange war ihre so genannte Kampfbörse, das Gehalt, das jede*r Boxer*in nach dem Kampf bekommt, bei ihr auffällig geringer als bei ihren männlichen Kollegen, die allerdings deutlich niedrigere Einschaltquoten vorzuweisen hatten. Erst nachdem sie 2001 gegen TV-Moderator Stefan Raab in einem Schau-Boxkampf antrat und dem 20 cm größeren und 35 kg schwereren Entertainer die Nase brach und ihn besiegte und damit als langjährige Boxweltmeisterin einem breiteren Publikum bekannt wurde begann das Fernsehen, ihre Titelkämpfe zu übertragen. Denn die kleine Frau zog viele vor die Bildschirme. Das war der Durchbruch, auch finanziell, denn nun wurde sie „nach Einschaltquote bezahlt und nicht mehr nach Geschlecht“, sagt sie. „Eine Genugtuung.“



B = Bänder-Tanz: “Habt ihr das im Sportunterricht gelernt? Was sagt das über Geschlechterbilder aus? Wie war die Hilfestellung beim Bockspringen? Musstet ihr auch “Rhythmische Sportgymnastik Choreografien aufführen? Oder sind Brennball und Völkerball prägende Erinnerungen? Gerade im Sport-Unterricht sammeln wir oft sehr unterschiedliche Erfahrungen.


Judith Butler (* 24. Februar 1956 in Cleveland) ist eine US-amerikanische Philosophin, Professorin für Rhetorik und Komparatistik an der University of California, Berkeley. Ihre einflussreichen sozialwissenschaftlich-philosophischen Arbeiten stehen in der Tradition der Kritischen Theorie, des Poststrukturalismus und der Queer-Theorie.

Seit Ende der 1980er-Jahre finden Butlers Arbeiten zur feministischen Theorie internationale Aufmerksamkeit. Mit ihrer Schrift Das Unbehagen der Geschlechter stieß sie 1990 die Diskussionen um die Queer-Theorie an und führte diese in ihrem ebenfalls zentralen Werk “Körper von Gewicht” – 1993 erschienen unter dem Titel “Bodies that matter: on the discursive limits of „sex“ – weiter aus. Ein wichtiger Beitrag Butlers ist das performative Modell von „Geschlecht“.

Demnach wird die Einteilung in die Geschlechtskategorien „männlich“ und „weiblich“ nicht als naturgegebene oder unausweichliche Absolutheit gesehen, sondern diese Binärität wird soziokulturell durch Wiederholung von Sprechakten konstruiert. Über Geschlechterforschung hinaus hat Butler sich mit Fragen von Macht- und Subjekt-Theorien beschäftigt und seit 2002 mit der Ethik der Gewaltlosigkeit.

B= Binäres Geschlechtersystem: Das binäre (westliche) Geschlechtersystem zielt darauf ab, dass es nur das männliche und das weibliche Geschlecht gibt. Es schließt intergeschlechtliche, nicht-binäre und andere Menschen, die nicht in dieses zweigeschlechtliche System passen, aus. 


Biografisches: Unsere Omas

Duschen und Baden nur im Hemd!

Meine Großmutter nannte ihren Mann “Patre”, er sie “Matre”. 

In dem katholischen Internat, in dem sie bis zum Abitur war, durfte man nur im Nachthemd baden. Sonst könne einen der Teufel zur Masturbation verführen. 

Wenn man seine Tage hatte, sollte man seine Haare nicht kopfüber waschen. Das Menstruationsblut könne, so ging die Legende, in den Kopf fließen und die Mädchen verrückt machen. “Ich habe den Nonnen lange geglaubt. Ich war so dumm und naiv als Mädchen”, sagte meine Oma.


In ihrer Stadtwohnung im Hochparterre gab es ein sogenanntes “Herrenzimmer” mit einer Chaiselongue, Büchern, Globus, und einem großen Hölzernen Radio, das der Großvater berühren durfte. Niemandem war erlaubt den Sender zu verstellen.

Durch die sehr moralische und wenig offene Erziehung, hat sie ihr ERSTES MAL wohl ziemlich überrumpelt. Sie wurde schnell schwanger. Und bekam ein 5 Kilo schweres Kind, mit dem sie - erstaunlicherweise - nur 6 Monate schwanger war. Diese dumme Lüge vom 6-Monats-Baby wurde in der Familie nie revidiert. Vorehelicher Sex, das gab es nicht. 

Opa hatte meine Oma nicht nur betrogen, sondern auch weitere Kinder gezeugt hat. Das nannte man “unehelich” und es wurde verschwiegen. Es kam erst raus, als die Kinder schon erwachsen waren: Dass meine Mutter noch eine unbekannte Halbschwester in London hat. Sie ist ihr nie begegnet. Erst 2020 habe ich erfahren, dass meine Mutter noch eine weitere Halbschwester in Erding hätte haben können. 2019 ist sie in Erding gestorben. Erst durch die Recherche nach den Erben stellte sich also heraus, dass mein Opa meine Oma nicht nur betrogen, sondern 2 Kinder gezeugt und heimlich finanziell unterstützt hat. 

Dennoch habe ich die beiden Alten immer als liebevolles Paar wahrgenommen, das viel verband. Das in einer Zeit in der es nicht üblich war, Weltreisen unternommen hatte. 

Oma Amalie war gesundheitlich noch recht fit, als es im schlecht ging. Schnitt ihm die Zehennägel, zog ihn an und aus und führte ihn täglich die Terrasse auf und ab, stenografierte seine Lebenserinnerungen, die er die Füße im Fußsack, diktierte… 

Nie habe ich gehört, dass sie ihm einen Vorwurf gemacht hätte.  


“So hat die Natur das eingerichtet. Wenn ihr mir nicht glaubt, könnt ihr irgendso nen Tierfilmer fragen. ...Wie mein Bruder sagt: Ein Schlüssel, der eine Menge Schlösser aufkriegt, ist ein richtig guter Schlüssel. So ne Art Generalschlüssel. Aber ein Schloss, das eine Menge Schlüssel öffnen können, ist ein echt beschissenes Schloss. Versteht ihr? – Und das hat Scarlett nicht kapiert. Vielleicht hat ihre Mutter es ihr nicht beigebracht.”

Als das Foto kommt, sitzen wir Mädchen gerade in Geschichte und hören nicht mehr zu, wie die Lehrerin mit ihrem Wurstbrot-Atem und den Winke-Wackelpudding-Armen weiter über Wahlrecht oder Suffra-dingsdas oder sowas schwafelt.
Die Lehrerin redet eintönig vor sich hin, malt Schlüsselwörter an die Tafel, und jedes Mal, wenn sie ihren Arm hebt, können wir durch die Öffnung ihres Ärmels die schlaffe Haut an ihrem Oberarm hin und her schlackern sehen. Winke-Wackelpudding-Arme.

Irgendwie sollte der wirklich mal jemand sagen, dass es für Fünfzigjährige illegal ist, kurze Ärmel zu tragen. Vielleicht schreibe ich ihr eine Nachricht. Anonym natürlich. Um ihr einen Gefallen zu tun.”

(Zitate aus dem Stück “Mädchen wie die”, Evan Placey)


25.03.21



Boxtraining vor der Probe



"Wer beim Boxen einem Angriff ausweicht, muss in den Schlag reingehen. Interessant. Das habe ich aus dem Training vor der Probe heute gelernt." (Nike-Marie Steinbach, Regie)



Boxen : Kampf : Tanzen : Körper
Der Körper im Mittelpunkt.
Der Kampf im Mittelpunkt.
Im Mittelpunkt ein Thema, das des Kampfes bedarf.


Der Boxring als Bühne.
Der Boxring nicht als Bild der Bühne.
Der Boxring ist die Bühne.
Ein Schauplatz mit vier Seiten.
Eine Arena für die Performer*innen.
Eine Arena für die Perspektiven.
Für die Perspektiven der Performer*innen.
Für die Perspektiven der Zuschauer*innen.

(Marie Ruth van Aarsen, Bühne und Kostüm)




Über Boxen

von Joyce Carol Oates, 1987

Das Leben dagegen als Metapher ... für einen dieser Kämpfe, die nicht enden wollen, Runde folgt auf Runde, Stöße, verfehlte Schläge, Clinch, keine Entscheidung, wieder und wieder der Gong, wieder und wieder der Gegner, der dir so sehr gleicht, dass du die Augen nicht davor verschließen kannst, dass du selbst dein Gegner bist: Warum dieser Kampf auf erhöhter Plattform, von Seilen eingeschlossen wie in einen Pferch, unter heißem, mitleidlosen Scheinwerferlicht, im Angesicht einer ungeduldigen Menge? (...) Das Leben gleicht dem Boxen in vielen beunruhigenden Beziehungen. (...) (S. 10)


Was hast Du in den Proben, die bisher digital stattfanden, als überraschend, als bereichernd oder Höhepunkt erlebt? 

Maja Mae Mittelstädt: "Bereichernd ist, dass digital alles etwas flexibler ist. Überrascht hat mich, wie gut man sich auch online kennenlernen kann." 

Yasmina El Aallali: "Zoom hatte schon auch ein paar Vorteile, das „virtuelle“ Proben klappte wirklich besser als erwartet, aber nun wurde es wirklich Zeit für ein Treffen irl."

Susanne Ullrich: "Die Disziplin aller in den digitalen Proben war fantastisch - ist es doch wahnsinnig anstrengend, den ganzen Abend gefühlt nur einen Laptop zu bespielen. Intime, persönliche Momente konnten gut kreiert werden, auch ohne physische Nähe. So war die Vertrautheit mit allen schnell da."

Maryam Nayyer

Yasmina El Aallali: "Als überraschend empfand ich die Tatsache, dass es trotz dieses digitalen/nicht-„realen“ Raumes möglich war, eine unbeschreibliche Nähe und Verbindung zu diesen Frauen aufzubauen, die ich vorher noch nie offline gesehen habe. Uns war es möglich ganz intime Momente miteinander zu teilen, was unglaublich schön und zugleich sehr bereichernd war. An dieser Stelle möchte ich aber auch nicht mehr verraten... ;)"

Yanna Vick: "Ich war überrascht wie gut doch geklappt hat, wie nah wir uns gekommen sind. Die Konzentration mit der alle dabei waren. Ich wurde durch die Proben dazu animiert meinen Geburtstag via Zoom zu feiern, es war eine richtig gute Zoom Party mit den Tools, die ich von Nike gelernt hatte. Auch die Einheit mit Nira war für mich so überraschend, Tanzen via Zoom? Wenn mich vorher jemand gefragt hätte? No way!"

Katrin Katzenmeier: "Ich habe mir mal geschworen, niemals in einem Zoom Meeting Sport zu machen oder mich großartig zu bewegen. Und plötzlich stand ich tanzend in meinem Zimmer und habe mich mit den anderen in der Probe zu Musik bewegt. Zoom kannte ich bisher nur aus der Uni: Einer redet, die anderen hören zu - ohne Kamera. In der Probe war alles anders.

Wir hatten alle die Kameras an und Nike hat es durch den PC geschafft, so viel Motivation und Freude zu versprühen, dass kein bisschen Uni-Feeling aufkam. Ich hatte Spaß und habe mich jede Woche auf die Probe und die damit einhergehende Abwechslung gefreut. Manche Proben und Gespräche waren fast schon magisch und eine tolle Möglichkeit, die anderen aus dem Ensemble in einem gewohnten Umfeld schonmal näher kennen zu lernen."



                                               #strongertogether




Worauf freust Du Dich bei den kommenden Proben?

Maja Mae Mittelstädt: "In "Wirklichkeit" ist alles besser."

Yasmina El Aallali: "Das erste Treffen, jenseits eines Computerbildschirms und den eigenen vier Wänden. Viel Bewegung, szenisches Arbeiten und natürlich reichlich Spaß und hoffentlich einige lustige Momente, die uns in Erinnerung bleiben werden!"

Susanne Ullrich: "Die Freude alle Persönlichkeiten in „real life“ zu sehen war groß. Mit Menschen direkt und nicht indirekt über Computer zu kommunizieren. Endlich gemeinsam in den Pausen lachen, essen und über die Bühne hüpfen."

Katrin Katzenmeier: "Bei den kommenden Proben freue ich mich vor allem darauf, nicht mehr nur thematisch mit dem Text zu arbeiten, sondern endlich auch an die Ausarbeitung und Umsetzung der Szenen zu gehen. Es wird nun alles irgendwie realer und greifbarer. Es ist aber auch eine Herausforderung. Ich muss aus mir rauskommen und kann mich nicht mehr zuhause in meiner Kuscheldecke verstecken. Aber ich freue mich darauf, mit den anderen zu arbeiten und sie auch unabhängig von einem Bildschirm kennen lernen zu können."

Yanna Vick: "Ich freue mich die Spielerinnen kennenzulernen, als Ensemble zusammen zu wachsen. Das ist zwar bereits per Zoom passiert, aber in den Präsenzproben passieren wieder ganz andere Dinge. Die Energie ist vorhanden, bei Zoom hat sie nicht gefehlt, aber es war eine andere Energie."


#women
(58,2 Mio)

#mädchen
(1,2 Mio.)

#womenempowerment
(15,6 Mio.)  

#girlsrule
(1,2 Mio.)


Bisher seid Ihr Euch nur im Digitalen Raum via Zoom begegnet. Was erwartet Ihr Euch von der analogen Begegnung in Darmstadt? 

Maryam Nayyer
                                                                                                               

Yanna Vick:"Als wir uns gesehen haben, war das wie eine Begegnung nach dem Kennenlernen auf einer Online-Dating-Plattform, das erste Date. Total aufgeregt, die Menschen nicht erkannt, denn jetzt kam das Element der Statur hinzu, vorher waren es immer nur die Körper. Nun trugen alle Masken, wodurch ich die anderen teilwiese nur durch Ausschlussverfahren zuordnen konnte. Ich wollte ja auch nicht fragen: Hey, wer bist du? Denn das wäre ja echt doof gewesen, so empfand ich es zumindest."

Maja Mae Mittelstädt: "Ich glaube, einige Frauen sind größer bzw. kleiner, als ich sie mir vorgestellt habe."

"Jetzt nach dem persönlichen Kennenlernen habe ich das surreale Gefühl, dass mein Kopf diese Frauen zwar schon sehr gut kennt, aber auf der nonverbalen Ebene muss erst noch eine Verbindung entstehen (mit der kompletten Sinneswahrnehmung, also wie das Sprichwort „sich auch gut riechen können“)."

Yasmina El Aallali: "Die Energie, Präsenz und Ausstrahlung dieser wunderbaren Frauen hautnah und in 3D miterleben zu dürfen und beobachten zu können. Uns erwartet eine neue Form der Kommunikation und Interaktion und ich bin total gespannt, wie sich die Zusammenarbeit in den nächsten Wochen gestalten wird!"

Susanne Ullrich: "Ich erwarte immer wiederkehrende Überraschungen. Leute immer wieder neu kennen lernen zu dürfen, sie sich bewegen zu sehen und mich durch den Raum zu bewegen, und ihre Nähe auch auf mindestens 1,5 m Abstand zu spüren. Mich auf der Bühne auszuprobieren. Abends glücklich, aber erschöpft nach Hause zu fahren."


Feminismus-ABC - Buchstabe A

A wie Abtreibung: Bewusster Abbruch einer ungewollten Schwangerschaft. Allgemein ist ein Schwangerschaftsabbruch laut §218 gesetzwidrig, wird aber unter bestimmten Bedingungen nicht strafrechtlich verfolgt. Die „Werbung“ oder schon das darauf aufmerksam machen im Internet, dass ein Arzt oder eine Ärztin Schwangerschaftsabbrüche durchführt, ist nach §219a verboten.